Da meine Frau am Tag zuvor nach Hause musste, habe ich mich nach Studium des Wetterbewerichts entschlossen die Tour Flensburg – Kiel heute Einhand zu segeln. Ich bin um 4 Uhr morgens aufgestanden und hatte das Schiff um halb 5 seefertig gemacht.

Noch einmal auf Klo und den Schlüssel für den Steg beim Hafenmeister einwerfen. Dann kann es losgehen. Essen und trinken habe ich mir bereit gelegt. Wer weiß wie häufig ich Einhand unter Deck komme. Ein Autopilot fehlt mir immer wieder!

Das Ablegemanöver war gut vorbereitet und hat funktioniert. Wie geplant bin ich um 5 Uhr auf der Reise. Die Innenförde fahre ich noch unter Maschine und setze dann unmittelbar an der Einfahrt zum alten Industriehafen, wo ich die RÊVER neu abgeholt habe, die Segel. Nach der Passage von Mürwik geht die Sonne auf und es ist eine wirklich herrliche Stimmung.

Nur die Polizei war so früh wie ich unterwegs. Es ging gut voran. Zwar war meine Geschwindigkeit zu dieser Tageszeit noch nicht ausreichend, um die Strecke in 10 Sunden zu schaffen, aber es sollte ja noch mehr Wind kommen, so dass das zu verkraften war.

Gegen 10 Uhr hatte der Wind weiter aufgefrischt und ich passierte den Leuchtturm Kalkgrund. Jetzt war auch zu merken, dass die Förde doch ordentlich Abdeckung gibt. Nach der Halse Richtung Kiel waren die Wellen doch recht ordentlich zu spüren. Zum Glück hatte ich achterlichen Wind. Eine Halberg-Rassy kam von Svendborg und ist bis Kiel mit mir mitgelaufen.
Kurz vor Schleimünde habe ich erneut einen Tümmler gesehen. Bei dem Wellengang eigentlich erstaunlich. Aber tatsächlich habe ich ihn erst blasen gehört und dann gesehen, sonst wäre seine kleine Flosse sicherlich nicht zu erkennen gewesen. Leider hat meine App zum Melden von Schweinswalsichtungen erneut nicht funktioniert. Angeblich soll ich an Land gewesen sein…
Am Ende habe ich tatsächlich nur knapp 10 Stunden gebraucht. Das war eine wirklich gute Reise. Ich habe aber gemerkt, dass man sich im Hinblick auf Wettvorhersagen und Essen noch besser vorbereiten muss, wenn man allein segelt. Natürlich kann man dann auch mal 10 Stunden nichts essen, aber sinnvoll ist das nicht. Ein Autopilot würde da auf jeden Fall sehr gut Abhilfe schaffen. 6.000 Euro die vielleicht besser investiert sind als in ein Downwindsegel? Man weiß es nicht. Was denkt ihr?