Mein Bruder und ich haben dieses Jahr für die Aalregatta 2021 gemeldet. Die traditionsreiche Wettfahrt findet immer zu Beginn der Kieler Woche statt und führt am ersten Tag von Kiel nach Eckernförde und am nächsten Tag wieder zurück. In Eckernförde bekommt jede Crew einen „Aal“ und normalerweise findet dann eine große Party in Eckernförde statt. Die wird leider Pandemie-bedingt wegfallen. Auch die Meldung war aufgrund der Corona Vorgaben etwas aufwändiger als geplant. Aber nachdem wir die Meldung in einem Container vor dem KYC hinbekommen hatten, sind wir früh in die Kojen gefallen. Der Start am nächsten Morgen fand dann bei strahlendem Sonnenschein aber fast ohne Wind statt.

Wir hatten Sorge, das Zeitlimit der Regatta überhaupt einhalten zu können. Die großen Regattayachten, die vor uns gestartet waren, sind bereits nicht mehr zu sehen. Die machen sich ihren Wind scheinbar selbst.

Dann kam doch noch ein wenig Wind auf und nährte die Hoffnung, doch noch knapp in die Wertung fahren zu können. Immer wieder hörten wir über Funk, dass Schiffe aufgeben und sich bei der Wettfahrtleitung abmeldeten. Wir müssten es eigentlich noch ganz knapp schaffen.

Da ich ja (noch) keinen Gennaker habe, müssen wir versuchen unter Fock die Geschwindigkeit zu optimieren. Folkeboote können das doch auch. Die Wettfahrtleitung hatte dann ein Erbarmen und hat die Bahn verkürzt. Auch das wurde schwer zu erreichen.

Um 19 Uhr endet die Wertung und wir schafften das Ziel um 18.58 Uhr. Das war knapp. Aber wir hatten auch noch den ein oder anderen mit Spinnaker hinter uns.

Rechts neben meinem Kopf ist ein merkwürdiges Kriegsschiff ohne Nationalitätskennzeichen zu sehen, dass die letzten zwei Stunden der Wettfahrt ständig Schüsse abgegeben hat. Wir konnten nicht herausfinden um was es sich dabei gehandelt hat.

Es wurde dann bereits dunkel, als wir in Eckernförde ankamen. Wir suchten uns ein Platz im Päckchen im schönen Fischereihafen von Eckernförde. Dann war noch Zeit für Essen, Rotwein in der Plicht und schlafen. Gute Nacht.