Mit kleiner Crew legt man – wenn möglich – lieber längsseits an, anstatt sich in einem unbekannten Hafen in die engen Boxengassen zu begegeben. Wenn man darüber hinaus nur kurz einen Stop einlegen möchte, um im Hafen etwas zu essen, gilt dies umso mehr.

Daher hatten wir uns in Laboe auch nur an den Gästesteg gleich an der Einfahrt gelegt, dass Schiff gut abgefedert und vertäut und sind in das nahegelegene Restaurant gegangen. Dabei wäre es sinnvoll gewesen, die Windvorhersage genauer zu betrachten.
Als wir – gut gesättigt – zum Boot zurückkamen, wurde das Schiff mit 18 Knoten Wind auf den Steg gedrückt. wie hier jetzt wieder wegkommen, ohne dass das Schiff auf den Schwimmsteg gedrückt wird. Steuerbar, ist ein Schiff mit Doppelruderanlage erst dann, wenn genug Wasser die Ruder umströmt.
Der erste Versuch bestand darin, alle Leinen bis auf eine Achterspring zu lösen, alle Fender ans Heck zu bringen und Rückwärts in die Achterspring zu dampfen. Dabei hat sich das Schiff aber keinen Millimeter vom Schwimmsteg wegbewegt.
Besser funktionierte es da, alle Fender nach vorne zu bringen und eine Vorspring zu legen, in die man vorwärts eindampft. Dabei muss man leicht gegen den Steg steuern und die Drehzahl langsam erhöhen. Wenn das Schiff dann sein Heck weit genug rausgedreht hat, wechselt man in den Rückwärtsgang und löst die auf Slip gelegte Vorspring. Hat auch mit der Doppelruderanlage gut funktioniert. Es kostet allerdings schon etwas Überwindung, das Schiff mit soviel Druck gegen den Steg zu fahren…