Heute habe ich mal versucht Einhand mit dem Schiff an- und abzulegen. Das habe ich zwar schon das ein oder andere Mal notgedrungen getan. Jetzt habe ich es aber absichtlich gemacht, um auch dann, wenn das Wetter für meine Frau nicht verlockend ist, zukünftig zum Segeln kommen zu können.

Es waren 15 kn aus Südwest angesagt. Das Ablegen ist bei dieser Windrichtung in Düsternbrook recht problemlos, da das Düsternbrooker Gehölz den Liegeplatz gut abdeckt. So konnte ich die Vorleinen loswerfen und dann ohne Motor das Schiff an den Achterleine rausziehen. Die Leinen habe ich mitgenommen.
Auf der Höhe des Nord-Ostsee-Kanals hat mich dann eine Schauerbö mit Regen und 26 kn Win erwischt. Ich habe kurz vorher das erste Reff eingebunden, so dass das Schiff mit halbem Wind gut lief. Das Einreffen funktionierte einfach aus dem Cockpit. Allerdings hatte ich vorher in der Box noch den Block im Vorliek so gedreht, dass die Reffleine nicht verdreht war. Ich muss hier eine andere Reffleine einziehen. 8,6 kn war die Höchstgeschwindigkeit an diesem Tag. Ganz gut für ein Fahrtenboot mit 8,70 Wasserlinie.
Ich bin dann raus bis zum Leuchtturm Bülk, hab dort eine Halse gefahren und bin wieder die Kieler Förde zurück gefahren. Der Wind hatte sich nach dem Schauer auf 18 bis 20 kn eingependelt, ist dann abends aber wieder auf 15 kn zurück gegangen, so dass der Anleger ohne Probleme verlief.
Dazu bereite ich das Schiff noch vor dem Hafen auf den Anleger vor. Ich bring alle Fender an, hole sie aber wieder an Deck, damit ich mich nicht damit am Dalben verfange. Zwei Vorlieben bringe ich bereits so an, dass ich damit einfach von Bord steigen, oder einem Segler am Steg zuwerfen kann. Auch die Achterleinen führe ich unter der Reling durch und ziehe eine Schlaufe rein. Dann führe ich den losen Rampen so durch die Heckklampen, dass sie nicht runterrutschen können. Die durchgesteckten Augen lege ich auf der Höhe der Wanten über den Reling. Dann fahre ich die Box ganz langsam an, wenn es geht immer etwas schräg gegen den Wind. Wenn der Bug in der Box ist lege ich das Ruder mittschiffs, gehe auf der Luvseite nach vorne zu den Wanten und lege die Luv-Heckleine über den Pfahl. Zurück in die Pflicht, das Ruder korrigieren und eventuell noch etwas aufsteppen. Dann die Leeleine auf Höhe des Heckkorbs über den Pfahl. Das Schiff hat die ganze Zeit Fahrt voraus. Jetzt nehme ich beide Heckleinen in die Hand und stoppe das Schiff rechtzeitig auf. Mit der Maschine dampfe ich jetzt in die Heckleinen ein. Die werden belegt und während die Maschine das _Schiff in der Box gerade hält gehe ich nach vorne und belege die Vorlieben. Klappt am Heimatsteg immer super.
Ein wirklich gelungener Segeltag!