Heute geht es los. Wir wollen an der Traditionsregatta Ærø Rund teilnehmen. Start ist heute Abend um 21 Uhr vor Schilksee. Ziel ist vor der Fahrrinne nach Marstal. Vier Kieler Clubs veranstalten diese Regatta jetzt schon zum 27. mal. Dabei auch der SCB.
Erstmal Essen bunkern. Gute Ernährung ist bei Nachtsegeln Pflicht. Da die Sonne scheinen soll, und ich in letzter Zeit häufig Sonnenbrand hatte, habe ich mir einen neuen Sonnenhut gekauft.

Bei bestem Wetter verlegen wir das Schiff von der Innenförde raus nach Schilksee. Wenn der West-Wind so bleibt, schiebt er uns einmal um Ærø rum. Das wäre super, obwohl dann wieder einmal alle mit Gennaker einen Vorteil hätten.

In Schilksee haben wir auf 120 weitere Teilnehmer gewartet. Darüber hinaus war der Gästesteg voll mit Teilnehmern der Nordseewoche, die hier wohl ein zunbrinbgerregatta für die kommende Kieler Woche hatten. Im Regattabüro bekamen wir den Regatta-Rum von Wehring & Wolfes aus Flensburg (Rum um Ærø) und den diesjährigen Wimpel.

Zum Start schlief der Wind leider langsam ein und als wir draußen auf dem Stollergrund beim Startschiff waren tendierte der Wind gegen Null.

Das war für uns aber gar nicht so schlecht. So sind wir sehr gut vom Start weggekommen. Treiben können wir gut!

Leider fing es kurz nach dem Start um 21.00 Uhr und einem atemberaubenden Sonnenuntergang vor dem Leuchtturm Bülk, an zu regnen. Schiff und Klamotten waren dann leider nass, als wir in die Dunkelheit fuhren.

Anders als geplant blieben wir beide die ganze Nacht durch wach. Unsere Strategie weder nach Luv noch nach Lee auszuholen, war wohl nicht richtig. Wir fanden uns in der Morgendämmerung weit am Ende des Feldes wieder. Es war aber trotzdem eine wirklich schöne Nacht.
Aufgrund der Flaute zu Beginn der Nacht wurde die Bahn verkürzt und das Ziel südlich von Lyø ausgelegt. Nach der Zieldurchfahrt mussten wir hoch am Wind durch die Dänische Südsee fahren und dann durch das Fahrwasser nach Marstal. Eigentlich hätte es die Bahnverkürzung nicht gebraucht. Aber das konnte man in der Nacht wohl nicht absehen.

Hier in der Dänischen Südsee sind Folkeboote klar im Vorteil. Sie laufen super Höhe, haben nur 1.20 m Tiefgang und sind supersteif. Sie sind halt für dieses Seegebiet gedacht.

In Marstal hatten die Teilnehmer der Wettfahrt fast alle Gastlicher am Rundsteg und en beiden anderen Gästestege belegt. Wir kamen gut in einer Box unter und haben den Rest des Tages gechillt. abends war dann das traditionelle Seglerbuffet in den Ærø-Hallen mit Siegerehrung. Der Sieger über alles hatte einen Yardstickwert von 68!!! Der hat schon mitten in der Nacht beim Zielschiff gestört.
Wir sind dann nach ein paar Bier wieder schnell in die Koje, da am nächsten Tag um 09.00 Uhr wieder der Start zur Rückregatta nach Kiel war. Es schien eine Kreuz bei 16 bis 20 kn Wind zu werden. Ziel sollte vor Schilksee sein.
Tatsächlich war es am nächsten Morgen schon recht windig, so dass wir bereits im Hafen das erste Reff vorbereitet haben. Wir sind früh raus und haben die Kreuz bereits einmal ausprobiert.

Wegen des vom Wettbericht angesagten Winddrehers auf West wollten wir uns immer auf der linken Seite der Bahn halten. Mit Reff lief es bei 17 Knoten Wind recht gut, so dass wir entschieden, gerefft zu starten. Das hat sich tatsächlich als Vorteil herausgestellt, da die Geschwindigkeit am Start dadurch recht gut war. Wir sind wie geplant auf die linke Bahnseite gefahren und hatten einige gute Zieher. Allerdings mussten wir bereits nach einer Stunde ausreffen, da der Wind langsam weniger wurde. Das unterlief flach gezogen und den neuen Baumniederholer per Winsch durchgesetzt, war das Segel auch ausgereift gut fahrbar. Als wir nach zahlreichen Schlägen den Leuchtturm Kiel in Sicht hatten, konnten wir dann wie geplant einen Schrick in die Schot machen. Der Wind hatte wieder deutlich zugelegt und war zum Schluß bei 22 kn. Ungerefft und mit einem Schrick liefen wir deutlich über 7 kn, was für ein 8,99 m langes Schiff echt viel ist. Andere Teilnehmer, die ebenfalls nicht mehr so kurz vor dem Ziel reffen wollten, liefen regelmäßig aus dem Ruder; wir Danke der Doppelruder nicht. Einmal haben wir das Schiff mit 8,6 kn sogar zum Gleiten gebracht, was schon ein seltsames Gefühl bei einer 4 Tonnen Yacht war.
Auf der Rückregatta von Marstal nach Kiel lief es wegen der Wahl der richtigen Seite diesmal viel besser. Wie unsere Ergebnisse sind, können wir noch nicht sagen, da es tatsächlich Proteste gab, die eine endgültige Reihenfolge noch nicht ermöglicht haben. Schade!